SCHWEISSTECHNIK-WIKI

Einteilung der Schutzklassen bei Schweisserschutzgläser

Beim Schweißen ist der Schutz der Augen vor der optischen Strahlung, aber auch vor Spritzern und Schlacke, eine wichtige Rolle. Daher muss bei diesen Arbeiten unbedingt eine Brille oder ein Helm mit Schutzgläsern getragen werden. Diese Schweißerschutzgläser sind in verschiedenen Schutzstufen erhältlich – je größer die Zahl der Schutzstufe ist, desto dunkler ist das Schutzglas. 

Die Wahl des Schutzglases sollte auf die Schweißtätigkeit abgestimmt sein, um eine optimale Sicherheit und eine gute Sicht auf das Objekt zu gewährleisten. Folgende Tätigkeiten können bereits ab geringen Schutzstufen ausgeführt werden:

  • Schutzstufe 1,7 bis 3: leichte Brennschneide-Arbeiten, Flammenentrosten, Leichtmetallschweißen, Schweißhelfer
  • Schutzstufe 4: Schweißen und Hartlöten bis 70 Ltr. Acetylen/Std., Brennschneiden bis 900 Ltr. Sauerstoff/Std., Stahl- und Graugussschweißen, Leichtmetallschweißen
  • Schutzstufe 5: Schweißen und Hartlöten mit 70 bis 200 Ltr. Acetylen/Std., Brennschneiden mit 900 bis zu 2.000 Ltr. Sauerstoff/Std.
  • Schutzstufe 6: Schweißen und Hartlöten mit 200 bis 800 Ltr. Acetylen/Std., Brennschneiden mit 2.000 bis zu 4.000 Ltr. Sauerstoff/Std.
  • Schutzstufe 7: Schweißen und Hartlöten mit mehr als 800 Ltr. Acetylen/Std., Brennschneiden mit 4.000 bis zu 8.000 Ltr. Sauerstoff/Std.
  • Schutzstufe 8: Brennschneiden mit mehr als 8.000 Ltr. Sauerstoff/Std. 

 

Die höheren Schutzstufen sind vor allem beim Lichtbogenschweißen nötig. Hier spielt die Amperezahl eine große Rolle bei der Wahl des Schutzglases:

 

Schweißverfahren Schutzstufe            
  8 9 10 11 12 13 14
MIG bei Schwermetallen   bis 125 A bis 175 A bis 250 A bis 350 A bis 450 A bis 500 A
MIG bei Leichtmetallen     bis 175 A bis 225 A bis 300 A bis 400 A bis 500 A
MAG bis 70 A bis 100 A bis 150 A bis 225 A bis 400 A bis 600 A ab 600 A
WIG bis 30 A bis 70 A bis 125 A bis 200 A bis 300 A bis 350 A  
Fugenhobeln     bis 175 A bis 200 A bis 250 A bis 350 A bis 450 A
Plasmaschneiden   bis 125 A bis 150 A bis 175 A bis 250 A bis 400 A  
E-Hand-Schweißen bis 60 A bis 100 A bis 150 A bis 200 A bis 300 A bis 450 A bis 600 A

EN399 Lederhandschuhe

Wenn es um Schweißer-Handschuhe geht, dann überzeugt ein Material besonders: Leder. Denn es bietet viele Beschaffenheiten, die als Schutz beim Schweißen wichtig sind. Handschuhe aus Vollleder überzeugen durch ihre hohe Belastbarkeit. Außerdem sind sie Öl-, Fett- und wasserabweisend. Aufgrund des dicken Materials ist der Handschuh relativ starr.

Eine höhere Flexibilität hingegen bieten Handschuhe aus einer Vollleder- und Spaltleder-Kombination. Hier besteht der Handschuh aus mehreren dünnen Lederschichten, die übereinander liegen. Die Außenschicht bildet hierbei Vollleder – sie bietet also in leicht abgeschwächter Form dieselben Vorteile wie ein Vollleder-Handschuh. Die Innenschichten bestehen aus den inneren Lagen der Tierhaut. Durch die vielen Schichten ist ein Arbeiten mit mehr Fingerspitzengefühl möglich. 

Zudem gibt es Handschuhe aus reinem Spaltleder. Sie haben eine rauere, faserige Struktur und bieten einen starken Grip. Dadurch sind diese Handschuhe besonders schnitt- und widerstandsfähig. Durch ihre hohe Feuchtigkeitsaufnahme sollten Spaltleder-Handschuhe vorwiegend in Trockenbereichen eingesetzt werden. 

Alle unsere Lederhandschuhe sind geprüft nach der DIN Norm EN 399.

Farbcodierung Wolfram-Elektroden

  • Grün (WP)
    Diese Elektrode wird zum Schweißen von Aluminium, Magnesium, Nickel und Legierungen bei hochfrequenzüberlagertem Wechselstrom verwendet. Sie eignet sich nicht für das Gleichstromschweißen. 
  • Gelb (WT10)
    WT10 wird vorwiegend beim Gleichstromschweißen (Elektrode am Minuspol) von Sohlenstoffstählen und rostfreien Stählen eingesetzt. Die Elektrode enthält 1 % Thoriumoxid und ist vielseitig verwendbar beim Schweißen von rost-, säure- und wärmebeständigen Stählen wie Kupfer, Tantal oder Titan. 
  • Rot (WT20)
    Die Elektrode WT20 enthält die doppelte Menge an dem radioaktiven Element Thoriumoxid (2 %) als WT10. Sie besitzt dieselben Einsatzgebiete und bietet im Vergleich zu WT10 eine größere Zündfähigkeit, eine höhere Standzeit und eine bessere Strombelastbarkeit.
  • Orange (WT40) 
    Mit seinen 4 % Thoriumoxid bietet WT40 die Eigenschaften von WT10 in verbesserter Form. Zudem ist der Lichtbogen bei dieser Elektrode stabiler.
  • Grau (WC20)
    WC20 ist eine Universalelektrode, die nahezu überall eingesetzt werden kann: Bei Gleichstrom und Wechselstrom, unlegiertem und hochlegiertem Stahl oder bei Aluminium-, Nickel-, Kupfer-, Magnesium- oder Titanlegierungen. Die cerierte Elektrode überzeugt durch ihre hohe Standzeit, die gute Strombelastbarkeit und ihre Umweltverträglichkeit. 
  • Schwarz (WL10)
    Diese Elektrode eignet sich besonders für das Plasmaschneiden und das Plasma- bzw. Mikroplasmaschweißen. 
  • Gold (WL15)
    WL15 wird in denselben Einsatzgebieten verwendet wie WC20. Die lanthanierte Elektrode ist strahlungsfrei und bietet eine hohe Zündfähigkeit.
  • Blau (WL20)
    Diese Elektrode mit 2 % Lanthanoxid wird im automatisierten Schweißprozess eingesetzt. Sie überzeugt durch ihre hohe Standzeit und die große Zündfähigkeit.
  • Weiß (WZ8)
    In Anwendung und Charakteristik unterscheidet sich WZ8 nur gering von der blau gekennzeichneten Elektrode WL20. Die Elektrode besteht jedoch anders als WL20 aus 0,8 % Zirconiumoxid.
  • Türkis (WR2)
    Egal ob alle WIG- und Plasma-Schweißverfahren, automatisierte Verfahren oder auch für Aluminium: WR2 ist sehr vielseitig einsetzbar. Die hohe Standzeit und die große Zündfähigkeit bieten weitere Pluspunkte – und außerdem gibt es beim Umgang mit WR2 keine Gesundheitsgefährdung oder Entsorgungsprobleme, da die Elektrode strahlungsfrei ist. 

Aktueller Stand der Normen für das Schmelzschweißen