Schweißerschutzgläser

Wissenswertes über Schweißerschutzgläser

Schützendes Schweißglas. Das ist eigentlich nur eine Kleinigkeit. Aber es kann eine große Wissenschaft um diese kleine Sache geben. Welche Dunkelheit ist für Ihre Bedürfnisse zu wählen? Schweißerschutzglas DIN 9 oder DIN 11? Verspiegelt oder normal? Was bedeutet die DIN Norm? Welches Schutzglas für co2 Laser? Wie pflegt man ein Schweißerglas? Und wovor schützt sie uns eigentlich? Werfen Sie einen Blick auf einige der Empfehlungen in diesem Artikel.

Folgende Themen werden hier im Bezug auf Schweißerschutzgläser behandelt:


  Einführung / Welche Gefahren kommen beim Schweißen vor?

  Welche Schutzstufe passt zu meinem Verfahren?

  Wie werden Schutzgläser gekennzeichnet?

  Pflege und Lebensdauer von Schweißerschutzgläsern

 

Einführung und Gefahren

 

Für das menschliche Auge ist Strahlung im UV-Bereich (Ultraviolett), d.h. mit einer Wellenlänge unter 400 nm, und im IR-Bereich (Infrarot), d.h. mit einer Wellenlänge über 800 nm, gefährlich. Diese beiden Strahlungen werden bei Schweißarbeiten oder Schneiden mit einem Lichtbogen erzeugt.

Ultraviolette Strahlung

UV-Strahlung verursacht chemische Veränderungen in der Hornhaut, dem Augenkörper des Auges, der Linse und der Netzhaut. Strahlung unter 320 nm verursacht eine Entzündung der Bindehaut, während langwellige UV-Strahlung eine Fluoreszenz im Auge hervorruft, die zu einer Kontrastminderung führt. UV-Strahlung mit Wellenlängen unter 300 nm reizt die Haut und tötet Bakterien ab. Die Schädlichkeit der UV-Strahlung für lebende Materie ist im Wellenlängenbereich um 260 nm am größten, wenn sie von den Nukleinsäuren im Zellkern absorbiert wird. Die Zellen sterben ab und es bilden sich Tumore. Die UV-Strahlung bedroht die Haut bis zu einer Tiefe von 0,6 mm und wirkt sich natürlich auch auf die Haut der Augenlider und die vordere Augenoberfläche aus. Diese Gewebe schwellen dann an.

Infrarotstrahlung

IR-Strahlung verursacht thermische Veränderungen in der Hornhaut, der Linse und der Netzhaut und kann bis zu grauem Star führen.

Gute, und auch an die Arbeiten abgestimmte Schweißerschutzfilter schützen vor den oben genannten schädlichen Strahlungen und ermöglichen ein ausreichendes Unterscheidungsvermögen im Betrieb, da ihre Hauptdurchlässigkeit im Wellenlängenbereich von 560-565 nm liegt, d. h. der maximalen Empfindlichkeit des menschlichen Auges.

Empfohlene Wahl der Glasdunkelheit (Schutzstufe)

 

Die nachstehende Tabelle kann als Orientierungshilfe dienen um die passenden Schutzstufen für verschiedene Schweiß- oder Schneidarbeiten zu wählen:

Beschichtetes Schutzglas

Für einen besseren Schutz eignet sich das so genannte beschichtete Sicherheitsglas. Beschichtetes Sicherheitsglas für Schweißer hat eine Metallschicht, die perfekt mit dem Basisglas verbunden ist und die Hitzestrahlen gut reflektiert. Es ist besonders geeignet für das Schweißen in geschlossenen oder glänzenden Behältern, für extreme Stromwerte, MIG-, MAG-, WIG- und Plasmaschweißen. Die metallierte Schicht reflektiert die Wärmestrahlen, die sonst vom Schutzglas absorbiert werden, und erwärmt sich nicht. Bei längerer Verwendung von unbeschichtetem Sicherheitsglas unter extremen Bedingungen besteht die Gefahr einer Überhitzung des Auges und damit in gewissem Maße eine Gefährdung. Die Farbe der Gläser und die Art der spektralen Transmissionskurve werden durch die Beschichtung nicht verändert.

Kennzeichnung von Schweißgläsern

 

Jeder Schweißerfilter ist mit einer Identifikationsnummer versehen, die den Schutzgrad, das Herstellerkennzeichen, die Klasse der dioptrischen Wirkung und das DIN-Zeichen angibt. Die Einhaltung der genauen Werte der Schutzeigenschaften unterliegt der Kontrolle durch DIN CERTCO in Aalen, Deutschland.

 

Beispiel für eine Kennzeichnung:

 

10 SCS 1 DIN 0196 CE

 

Was bedeuten die einzelnen Kennzeichnunsparameter?

10 - Schutzgrad (Glasnummer),
SCS - Herstellerzeichen SVAR,
1 - Klasse der dioptrischen Wirkung,
DIN - DIN-Marke,
0196 - Nummer der Prüfstelle,
CE - Konformität mit der EN-Norm

 

Es müssen nicht immer alle Parameter auf dem Glas aufgedruckt werden

Grundsätzlich ist immer mindestens die Schutzstufe, Herstellerzeichen und das CE Zeichen aufgedruckt.

Wichtig ist: Das Schutzglas muss zertifiziert sein! (das ist nach dem CE Zeichen erkennbar). Falls weitere Informationen benötigt werden, sind diese restlichen Parameter in dem CE Zertifikat auffindbar.

Verwendete Abmessungen


Derzeit werden die folgenden Formen und Größen von Schutzbrillen am häufigsten verwendet:

 Rundes Glas mit einem Durchmesser von 50 mm

-    In Schutzbrillen für das Brennschweißen und Brennschneiden verwendet. im Shop ansehen

 Rechteckiges Glas 90 x 110 mm

-    das so genannte EURO-Format. Wird in Standard-Schutzschilden und Hauben für den professionellen Einsatz verwendet. im Shop ansehen

 Rechteckiges Glas 51 x 108 mm

-    Wird hauptsächlich in den preiswerten Schilden und Hauben verwendet, die mit preiswerten Schweißgeräten geliefert werden. Es gibt auch Schutzbrillen für diese Glasgröße. im Shop ansehen

 Rechteckiges Glas 80 x 108 mm

-    Früher häufig in der DDR eingesetzt. im Shop ansehen

 

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Reinigung und Pflege der Gläser

Die Reinigung der Schweißerschutzgläßer kann mit Wasser, Alkohol und üblichen Glasreinigungsmitteln durchgeführt werden.

 

Lebensdauer von Schweißerschutzgläser

Die Lebensdauer des Filters ist durch Glasbruch begrenzt. Der Filter ist durch ein klares Frontglas vor Verunreinigungen durch beim Schweißen abfliegende Metalltropfen geschützt. Die Schutzeigenschaften des Filters bleiben während seiner gesamten Lebensdauer unverändert. Wenn der Filter beschädigt ist, muss ein Filter der gleichen Schutzstufe wie derjenige verwendet werden, der vor der Beschädigung in der Haube oder der Brille eingesetzt war.

Sodass auch das Frontglas nicht zu schnell durch Metallspritzer beschädigt wird, empfehlen wir die Benutzung von Vorsatzscheiben, die deutlich weniger Kostenintensiv sind. Diese werden dann vor das Schweißerschutzglas gesteckt und können beim Bedarf schnell ausgewechselt werden.